Siedlung Barbarossahöhe

Eine besondere Rolle im Werk von Paul Poser wie auch in der Siedlungsstruktur Frohnaus nimmt die Siedlung „Barbarossahöhe“ (Welfenallee 72/74, Donnersmarckallee 27/29, Forstweg 38/70, Olwenstraße 1/7, 15/19, Zwergenweg 1, 3–6) des Vaterländischen Bauvereins im Westen Frohnaus ein. Die Anlage entstand in zwei Bauabschnitten: 1926/27 mit 22 Häusern und 110 Wohnungen sowie 1928/29 mit 11 Häusern und 56 Wohnungen. Die Wohnungen waren für jeweils vier- bis sechsköpfige Familien konzipiert.

Die Barbarossahöhe ist eine gestalterisch und städtebaulich bemerkenswerte Siedlungsanlage der Weimarer Zeit im Vorort. Trotz ihrer erheblichen Baumasse fügt sie sich auch aus heutiger Sicht überzeugend in die von Einzelbauten geprägte Frohnauer Umgebung ein. Wie eine umfriedete Burgsiedlung thronen die zweigeschossigen Bauten mit hohen Walmdächern auf einem Hügelrücken über Frohnau. Mit ihren Erkern, Loggien und der Putzfassade mit einzelnen Klinkerflächen erinnern sie an die von Poser in jenen Jahren errichteten Mietshäuser in Frohnau. In der Detailsprache ist die Anlage jedoch deutlich aufwendiger ausgestaltet: mit ausladenden Walmdächern, Holzläden, Sprossenfenstern, Erkern, Loggien und Putzgesimsen.

Bemerkenswert ist zudem die anspruchsvolle Freiraumgestaltung der Siedlung. Am Haupteingang greift Poser das Pergolamotiv des Zeltinger Platzes auf. Davor wurde ein Ruheplatz mit Sitzbänken und Brunnen angelegt. Für den Brunnen entwarf Poser zudem die Figur eines knieenden Jünglings, der ein Hausmodell präsentiert.