

Die Pergola am Zeltinger Platz, kurz vor 1910 nach einem Entwurf von Paul Poser errichtet, gehört zu den frühesten baulichen Anlagen der repräsentativen Doppelplatzgestaltung rund um den Bahnhof Frohnau. Die Berliner Terrain‑Centrale hatte nach 1908 begonnen, den siegreichen Wettbewerbsentwurf der Städtebauer Joseph Brix und Felix Genzmer weiterzuentwickeln und im zentralen Bereich zu modifizieren. Während die gartenkünstlerische Ausformung des Platzes dem Gartendirektor Ludwig Lesser oblag, stammen die baulichen Elemente der Anlage – nach den wenigen überlieferten Quellen – von Poser.
Die halbkreisförmige Pergola liegt erhöht auf einer breiten Terrasse oberhalb des damaligen Cecilienplatzes, des heutigen Zeltinger Platzes. Ihre Pfeiler bestehen aus Muschelkalk-Vorsatzbeton mit Eisenbetonkern, einem damals modernen und in der Fachwelt intensiv diskutierten Material, das Poser hier in besonders sorgfältiger Ausführung einsetzte. Auf den massiven Stützen ruht ein hölzernes Rankgerüst, das ursprünglich von Efeu und wildem Wein bewachsen war. Im Zuge der Sanierung 2025/26 wurden die Pflanzungen erneuert und durch Waldreben und Rosen ersetzt.
Auch die übrigen Bauteile der Terrassenanlage – einschließlich des unterhalb der massiven Stützmauer gelegenen Brunnens – werden Poser zugeschrieben. In der Literatur findet sich gelegentlich eine irrtümliche Zuschreibung an Gustav Hart und Alfred Lesser.
Die Anlage zeigt deutlich, wie der Architekt die städtebaulichen Vorgaben der frühen Gartenstadt mit einer modernen, zugleich landschaftsbezogenen Architektursprache verband. Damit fügt sich die Pergola in die Reihe der frühen öffentlichen Bauten ein, die das Erscheinungsbild Frohnaus bis heute prägen und die Leitideen der Gartenstadt anschaulich vermitteln.
Bemerkenswert ist zudem, dass Poser nach dem Ersten Weltkrieg eine weitere Pergola entwarf – diesmal im benachbarten Hohen Neuendorf, östlich des Bahnhofs. Dort fasst die Anlage einen kleinen Platz und besteht aus Klinker, was die Weiterentwicklung seiner Formensprache und den bewussten Einsatz regionaler Materialien erkennen lässt.