

Haus Janson. Das markante Landhaus Janson in der Zeltinger Straße 53 wurde in den Jahren 1909-10 errichtet und steht heute als Baudenkmal unter Denkmalschutz.
Der Entwurf des Hauses stammt federführend vom Architekten Heinrich Straumer (1876-1937) in Zusammenarbeit mit dem Architekten Hans Hermann.
Straumer plante das ungewöhnlich große L-förmige Einfamilienhaus für den Steinsetzmeister Franz Janson mit zugehörigem Wirtschaftshof im hinteren Bereich, bestehend aus Remise und Ställen.
Die gesamte Gartenanlage wurde von Ludwig Lesser, dem Gartendirektor der B.T.C. geplant. Das ehemalige Einfamilienhaus wird heute als Mehrfamilienhaus genutzt.
Ausführliche Informationen Haus Janson
Das Haus Janson ist eines der markantesten Straumer-Häuser und befindet sich in der Zeltinger Straße Ecke Zerndorfer Weg. Es gehört zu den ersten Landhäusern, die in Frohnau gebaut wurden. In den Jahren 1909 – 1910 errichtete Heinrich Straumer in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Hans Hermann das Wohn- und Wirtschaftsgebäude für den Steinsetzmeister Franz Janson. Mit seiner breitgelagerten Fassade präsentiert es sich vis-a-vis vom Konzer Platz, der einstmals ein schön angelegter Schmuckplatz war. Das L-förmige Gebäude mit seinen zwei Etagen besitzt ein Walmdach, dass einseitig weit nach unten reicht. In besonderem Kontrast steht die farbenfroh geputzte Hausfassade mit den kleinteiligen weißen Sprossenfenstern, die bündig mit der Hauswand abschließen. Auch ohne Fassadenschmuck entfaltet das Hauses eine große Wirkung und wird durch das Bogenfenster links vom Eingang und dem ebenerdigen Anbau, einer Auslucht, an der rechten Seite belebt.
Der Eingangsbereich ist nachträglich in den dreißiger Jahren eingebaut worden. Ursprünglich befand sich der Zugang zum Wohnhaus vom hinteren Gartenbereich. Denn von der Straße aus führte im Vorgartenbereich eine Zufahrt zur großen Kutschdurchfahrt in den hinteren Teil des Anwesens. Dort befand sich der Wirtschaftshof, ein wichtiger Bereich für den Handwerksmeister Janson. Hier hatte er ausreichend Platz zur Lagerung seiner Baumaterialien und Werkzeuge. Die Remise und die Ställe wurden zur Unterbringung der Fuhrwerke und Pferde benötigt. An Aufträgen mangelte es dem Steinsetzmeister sicher nicht, denn Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es in Berlin üblich Bürgersteige und Straßen zu pflastern. Und trotzdem kam Franz Janson in wirtschaftliche Schwierigkeiten und damit in finanzielle Schieflage. Ein Verkauf des Hauses und des Grundstücks konnte zunächst abgewendet werden und verblieb zumindest einige Jahre in Familienbesitz.
Typisch für die Landhausarchitektur von Heinrich Straumer ist die enge Verbundenheit von Haus und Garten. Das erzielte der Baumeister auch dadurch, dass das Erdgeschoss ohne Sockel errichtet wurde und die „Auslucht (niedriger Fassadenvorbau) in den Gartenbereich hineinragt. Es war Straumer stets wichtig, auch die Gartenplanung in fähige Hände zu geben. Und so erfolgte auch bei diesem Bau eine Zusammenarbeit mit dem Gartendirektor Ludwig Lesser, der neben der Planung der öffentlichen Grünflächen für die Berliner Terrain-Centrale auch freischaffend für private Bauherren aktiv war. Der Gartenarchitekt plante im hinteren Bereich des Hauses einen Nutzgarten. Der Vorgarten mit dem Zufahrtsweg wurde als Landhausgarten mit Blumenrabatten, großen Rasenflächen, Laubengängen und Hecken angelegt. Zur Zierde dienten ein Wasserbecken und eine aufgestellte Skulptur.
Heute wird das ehemalige Einfamilienhaus und das große Grundstück als Mehrfamilienhaus genutzt, wobei die Remise abgetrennt und zu Wohnzwecken umgebaut wurde.
Die aus Stein gefertigte große Windrose vor dem Hauseingang erinnert noch heute an Franz Janson.