Mehringer Straße 11 (und 9) (1911/zerstört)

Landhaus Kleffner-Kreideweiss. Frohnau blieb im Zweiten Weltkrieg zwar von flächenhaften Zerstörungen verschont, doch einzelne Bombentreffer und die Kämpfe während der Schlacht um Berlin führten zu schmerzlichen Verlusten. Ein besonders eindrucksvoller Verlust war das Landhaus Kleffner-Kreideweiss, eines der ungewöhnlichsten Wohnhäuser Heinrich Straumers in Frohnau aus dem Jahr 1911.

Als Doppelhaus stellte es eine architektonische Besonderheit dar: Die beiden Bauherren – der Kupferstecher Wilhelm Kleffner und der Rechnungsrat Kreideweiss – beauftragten Straumer gemeinsam mit einem symmetrisch wirkenden, aber funktional getrennten Bau. Kleffner bewohnte den größeren linken Teil mit zwei Giebeln, Kreideweiss den rechts vorgelagerten Gebäudeteil.

Nach außen erschien das Haus wie ein großzügiges Einfamilienhaus mit durchgehender Fassade. Die seitlich angeordneten Eingangstüren traten kaum in Erscheinung. Bemerkenswert war die moderne, vollständig schmucklose Fassadengestaltung – eine bewusste Reduzierung der sonst oft heimatstilnahen, handwerklich betonten Details Straumers.

Das Gebäude wurde im Krieg durch eine Luftmine zerstört. Nach mündlicher Überlieferung soll die Mine ursprünglich für Flakstellungen am Berliner Stadtrand bestimmt gewesen sein; das Flugzeug habe sie auf dem Rückflug abgeworfen, um Gewicht zu sparen. Der Treffer gilt als besonders tragisch, da sich im Haus angeblich eine Hochzeitsgesellschaft aufhielt. Es soll mehrere Todesopfer gegeben haben, und die Explosion richtete erhebliche Schäden in der Umgebung an.

Auf dem Grundstück entstanden später zwei – durch ein weiteres Gebäude auf einem Hammergrundstück ergänzt sogar drei – voneinander unabhängige Neubauten. Der ursprüngliche Bau Straumers ist vollständig verloren.