Heinrich Straumer (1876-1937)

7. Dezember 1876 in Chemnitz – 2. November 1937 in Berlin

Heinrich Straumer gehörte zu den prägenden Architekten des sogrannten Landhausstils im frühen 20. Jahrhunderts und galt später als wichtiger Vertreter der „gemäßigten Moderne“. Nach dem Abschluss einer Maurerlehre studierte er von 1893 bis 1896 an der Königlichen Baugewerkschule in Chemnitz und setzte seine Ausbildung anschließend an der Technischen Hochschule Dresden fort. Dort studierte er Architektur unter anderem bei Paul Wallot, dem Architekten des Berliner Reichstagsgebäudes.
Seit 1903 lebte und arbeitete Straumer in Berlin. 

Seine Tätigkeit in Frohnau konzentrierte sich vor allem auf die Jahre zwischen 1908 und 1919. In dieser Zeit entstanden bedeutende Beispiele gehobener Landhausarchitektur, darunter das Haus Janson am Zeltinger Platz (gegenüber dem heutigen Konzer Platz), das Landhaus Rudolphson sowie das Landhaus „Sperlingsheim“ am Ludolfingerweg. Besonders hervorzuheben ist die Baugruppe „An der Buche“, die im Auftrag der Berliner Terrain-Centrale realisiert wurde. Von der einst pittoresken Brückenanlage am Fürstendamm ist heute nur noch das ehemalige Umspannwerk erhalten. Das repräsentative Direktorenwohnhaus der Terraingesellschaft am Edelhofdamm wurde leider in den 1970er Jahren abgerissen.

Auch in anderen Teilen Berlins, insbesondere im Südwesten, sowie in seiner Heimatstadt Chemnitz hinterließ Straumer ein umfangreiches Werk.
Berlinweit ist Heinrich Straumer heute vor allem als Architekt des Berliner Funkturm bekannt. Sein 100-jähriges Jubiläum wird im Jahr 2026 begangen.