Zeltinger Straße 70

Die Eltern ziehen nach dem Brand in die Alaunwerkstraße 54.[1] Da wohnt noch ein „Poser, Gustav, Restaurator, Materialwarenhändler, Kiesbruchbesitzer“. der Alaunwerkstraße 27 verzeichnet ihn das Adressbuch von 1895. Dazu – an unterschiedlichen Adressen – einen Eduard, einen Ernst, Franz, Gottlieb, Johann, Libor und einen Louis Poser. Und die offenbar alleinstehende Hermine Poser. Sie wird als Fabrikarbeiterin bezeichnet, wie jetzt auch Johann Gotthard, Pauls Vater, der mithin seine Selbständigkeit aufgegeben haben muss. Schon seinerzeit im Marktwinkel war die heimindustrielle Strumpfwirkerei in Zeulenroda im Niedergang begriffen. Just im Geburtsjahr Posers führte die Firma Schopper die dem englischen Modell in Lizenz nachgebauten, deutlich leistungsfähigeren dampfbetriebenen Wirkmaschinen (Cottonstühle) ein.[2] Sie zogen die vielen zuvor selbstständigen Wirker aus ihren heimischen Stuben in die neuen Fabriken. Nach einem vorübergehenden Aufstieg „endete für Zeulenroda 1929/30 die Epoche als Hochburg der Strumpfwirkerei.“[3]


[1] Adressbuch der Stadt Zeulenroda 1895, S. 78.

[2] Gerti Stahl: Die Wirkwarenindustrie in Zeulenroda (Thür.), Jena 1929, S. 36.

[3] Christian Sobeck:  Die Stadt Zeulenroda, in: http://www.stadtarchiv-zeulenroda.de/index.php/die-stadt/16-die-stadt-zeulenroda, Zugriff: 26.2.2026.