Kaiserpavillon (1909)

Kaiserpavillon. Der Kaiserpavillon am Edelhofdamm, 1909 nach einem Entwurf von Paul Poser errichtet und häufig fälschlich Hart & Lesser zugeschrieben, gehört zu den frühesten und bedeutendsten baulichen Anlagen am östlichen Eingang der Gartenstadt Frohnau. Er markierte den Beginn des langgestreckten Kaiserparks (heute Brix-Genzmer-Park), der sich von der Oranienburger Chaussee bis in das Ortszentrum erstreckte. Die Berliner Terrain‑Centrale hatte diesen Ort bewusst gewählt, um das neue Siedlungsgebiet attraktiv zu präsentieren und zukünftige Bewohner bereits am Eingang „anzulocken“. Die Anlage war von Beginn an als Blickfang und Aufenthaltsort gedacht und bildete gemeinsam mit dem vorgelagerten Senkgarten mit Rosenbeeten eine sorgfältig komponierte Eingangsszene. Die Kombination aus Architektur, Gartenkunst und landschaftlicher Rahmung zeigt die enge Zusammenarbeit zwischen Poser und dem Gartendirektor Ludwig Lesser, der für die gartenkünstlerische Gestaltung verantwortlich war.

Der Pavillon selbst ist ein kleiner, offener Bau auf vier kräftigen Pfeilern, die ein weit auskragendes Dach tragen. Die Dachform folgt Posers Vorliebe für klare, handwerklich präzise ausgebildete Konstruktionen, wie er sie auch bei seinen Landhäusern umsetzte; die Dachzier auf der Spitze erinnert an ähnliche Bekrönungen, die Poser an der Turnhalle in der Senheimer Straße und am Geschäftshaus Ludolfingerplatz 5 verwendete.

Der für das Stadtbild wichtige Pavillon wurde zur 100‑Jahr‑Feier Frohnaus im Jahr 2010 umfassend saniert. Die Rekonstruktion erfolgte in Zusammenarbeit mit Auszubildenden verschiedener Handwerksinnungen und Oberstufenzentren. Das Projekt wurde bewusst als Lern- und Gemeinschaftsaufgabe angelegt. Die Sanierung stellte nicht nur die historische Form wieder her, sondern rückte auch die ursprüngliche Bedeutung des Ortes erneut ins Bewusstsein.