Paul Poser (1876-1940)

.1. Oktober 1876 in Zeulenroda – 30. Dezember 1940 in Berlin-Frohnau

Paul Poser war einer der maßgeblichen Architekten der frühen Gartenstadt Frohnau. Nach einer Ausbildung zum Steinmetz besuchte er die Anhaltische Bauschule in Zerbst und studierte anschließend Architektur an der Technischen Hochschule Berlin in Charlottenburg (heute Technische Universität Berlin).
Von 1908 bis kurz nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Poser für die Berliner Terrain-Centrale, die die Planung und Entwicklung Frohnaus maßgeblich bestimmte. In dieser Zeit prägte er als faktischer Chefarchitekt das Erscheinungsbild der jungen Gartenstadt entscheidend und begutachtete im Auftrag der B.T.C. auch Entwürfe anderer Architekten für private Bauherren.

Zu seinen frühen Werken zählt das älteste Wohnhaus Frohnaus, das Landhaus Rumland an der Zeltinger Straße. Darüber hinaus entwarf Poser zahlreiche Villen und Landhäuser während der Gründungsphase bis 1918. Auch die heutige katholische Kirche geht auf ihn zurück – sie wurde ursprünglich als Turnhalle konzipiert. Ebenso stammt der inzwischen abgerissene Wirtschaftshof des Kasinos an der Welfenallee von ihm.

Im Gegensatz zu Heinrich Straumer setzte Poser seine Bautätigkeit in Frohnau auch nach dem Ende seiner Tätigkeit für die Terrain-Centrale fort. Seit Mitte der 1920er Jahre betrieb er ein eigenes Architekturbüro am Bahnhofsplatz (heute Ludolfingerplatz 1) im Zentrum Frohnaus.
Viele seiner späteren Projekte realisierte er gemeinsam mit seinem Büropartner Hermann Bamm. Zu den bedeutenden Bauten dieser Zeit zählen unter anderem die Villa Wutke am Ludolfingerplatz, die Villa Worch (heute Centre Bagatelle) an der Zeltinger Straße, das Geschäftshaus an der Ecke Ludolfingerplatz/Maximiliankorso, das Gefallenendenkmal an der Wiltinger Straße sowie die architektonisch herausragende Siedlung an der Barbarossahöhe.

Neben seiner intensiven Tätigkeit in Frohnau war Poser auch in anderen Teilen des Bezirks Reinickendorf – etwa in Tegel und Konradshöhe – sowie im nördlichen Umland Berlins aktiv. In Glienicke entstanden nach seinen Entwürfen unter anderem das Rathaus und eine Friedhofskapelle, in Birkenwerder realisierte er unter anderem das Postgebäude, eine Schule, die Erweiterung des Wasserwerks und ebenfalls eine Friedhofskapelle.
Das Grab von Paul Poser ist auf dem Frohnauer Friedhof erhalten.