Langohrzeile 3 (1912)

Unmittelbar neben dem bekannten Haus Ihmsen an der Ecke Fürstendamm entstand 1912 an der heutigen Langohrzeile (früher Straße 144 bzw. Hasensprung) ein weiterer bemerkenswerter Entwurf des Architekten Paul Poser. Das Landhaus gehört zu den frühen Wohnbauten der Gartenstadt Frohnau und verdeutlicht Posers Bemühen, innerhalb eines einheitlichen städtebaulichen Konzepts abwechslungsreiche Straßenräume zu schaffen.

Die Bauakten belegen, dass Poser neben dem Wohnhaus auch ein Hühnerhaus beziehungsweise einen Stall entwarf. Der Bauantrag wurde von der Berliner Terrain-Centrale (BTC) beziehungsweise ihrem Direktor Dotti unterzeichnet. Dies deutet darauf hin, dass das Gebäude möglicherweise als Musterhaus der Terrain-Gesellschaft errichtet wurde, um bereits an ausgesuchten Stellen qualitätvolle Ortsbilder zu kreieren und Interessenten fertige Kaufangebote unterbreiten zu können.

Das Haus liegt malerisch auf einem kleinen Geländerücken. Eine steile Freitreppe führt entlang der rechten Grundstücksseite zum erhöht liegenden Hauseingang und verstärkt den repräsentativen Eindruck des Gebäudes.
Der Garten verfügt bis heute über einen dichten Baumbestand.

Architektonisch zeichnet sich das Haus durch ein Mansardwalmdach aus und unterscheidet sich damit vom benachbarten Haus Ihmsen, das ein Mansardsatteldach besitzt. Die Straßenfassade erinnert zudem an das ebenfalls von Paul Poser entworfene Haus Fellenberg in der nahegelegenen Straße Im Fischgrund. Dort stehen ebenfalls zwei unterschiedlich gestaltete Haustypen unmittelbar nebeneinander, die auch teils im direkten Auftrag der Terraingesellschaft entstanden. Offenbar verfolgten Paul Poser und die Berliner Terrain-Centrale bewusst das Ziel, innerhalb eines gemeinsamen gestalterischen Gesamtkonzepts eine abwechslungsreiche, lebendige Straßenansicht zu schaffen und Wiederholungen zu vermeiden.

Im rückwärtigen Grundstücksbereich wurde vor rund zwanzig Jahren ein zusätzlicher Gebäudeteil angebaut. Der historische Baukörper mit seiner charakteristischen Dachform und der exponierten Lage auf dem Hügel ist jedoch weiterhin gut erkennbar.