

Haus Prof. Hesse . Das Landhaus des Veterinärmediziners Prof. Dr. Rudolf Hesse gehört zu den bedeutendsten frühen Wohnhäusern Heinrich Straumers in Frohnau. Es entstand 1911/12 an einer besonders repräsentativen Ecklage am Schnittpunkt von Ludolfingerweg und Maximiliankorso. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
Ursprünglich bildete das Haus gemeinsam mit dem unmittelbar angrenzenden Haus Prof. Hartmann am Maximiliankorso ein architektonisches Ensemble. Beide Landhäuser wurden gleichzeitig von Heinrich Straumer für Professoren der Berliner Tierärztlichen Hochschule entworfen und besaßen einen gemeinsam angelegten Garten. Das Haus Hartmann wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört, sodass heute nur noch das Haus Hesse erhalten ist. Das ursprüngliche Grundstück war zudem deutlich größer als heute und reichte weit in den rückwärtigen Gartenbereich hinein.
Architektonisch gehört das Haus zu Straumers charakteristischen Landhäusern der frühen Frohnauer Bauzeit. Die Anlage besteht – wie für Straumer typisch – aus zwei unterschiedlich hohen, rechtwinklig zueinanderstehenden Baukörpern, die den Eckstandort wirkungsvoll betonen und sich zur Straße öffnen. Ein markanter Erker am Schnittpunkt der beiden Gebäudeflügel bildet den architektonischen Schwerpunkt der Komposition. Über beiden Flügeln liegen steile Satteldächer mit unterschiedlich breiten, verbretterten Giebelseiten – ein Motiv, das Straumer mehrfach in seinen frühen Wohnhäusern verwendete.
Ausführlicher Text
Die Fassaden sind streng und klar gegliedert. Glatte Putzflächen wechseln mit sparsamen dekorativen Elementen, während Fensterläden und Sprossenfenster dem Gebäude seinen landhausartigen Charakter verleihen. Im Gegensatz zu vielen symmetrisch aufgebauten Villen liegt der Eingang nicht in der Mittelachse, sondern an der rechten Gebäudeseite.
Im Inneren befand sich der Mittelpunkt des Hauses in einer zentralen Wohnhalle mit Kamin und Sitzplatz. Sie verband Wohn- und Wirtschaftstrakt und diente zugleich als repräsentativer Empfangsraum. Der Wirtschaftsflügel war von außen durch ein niedrigeres Dach ablesbar; über der Küche lag das Fremdenzimmer. Das ursprünglich offene Treppenhaus wurde bereits vor 1931 durch eine Holzwand abgetrennt.
Das Landhaus Hesse zählt zu den qualitätvollsten Beispielen der frühen Reformarchitektur in Frohnau. Gemeinsam mit dem verlorenen Haus Hartmann prägte es einst den östlichen Abschnitt des Maximiliankorsos und verdeutlicht bis heute den hohen gestalterischen Anspruch, mit dem Heinrich Straumer die Villenkolonie entwarf.