Maximiliankorso 4/5 (1919)

Doppelwohnhaus. Das Doppelwohnhaus am Maximiliankorso 4–5 gehört zu den ersten Bauten Paul Posers nach dem Ersten Weltkrieg. Es entstand 1919 und bildet den Auftakt einer Reihe von Poser-Bauten am östlichen Ende des Maximiliankorsos, die sich von der Hausnummer 3 von 1933 bis zum großen Geschäftshaus am Ludolfingerplatz 5 Ecke Maximiliankorso 1 von 1925 erstreckt.

Obwohl alle Gebäude aus der Feder desselben Architekten stammen und ihre Entwürfe nur wenige Jahre auseinanderlagen, verfolgen sie unterschiedliche architektonische Gestaltungsprinzipien und dokumentieren eindrucksvoll die Vielfalt seines Werkes während der Zwischenkriegszeit.

Das Gebäude ist als symmetrisches Doppelwohnhaus konzipiert. Die Straßenfassade wird durch einen mittig angeordneten Zwerchgiebel gegliedert. Ihn krönt ein mittig geteiltes Halbrundfenster mit radialer Sprossenteilung, das den ansonsten sachlich gestalteten Bau akzentuiert und ihm einen zurückhaltend traditionellen Akzent verleiht.

Waagerechte Klinkerbänder strukturieren die ansonsten schlicht verputzten Fassaden und verleihen dem Gebäude, trotz des mittleren Giebels, eine klare horizontale Gliederung. Die regelmäßig angeordneten Fenster sowie die zurückhaltende Ornamentik unterstreichen den sachlichen Charakter des Hauses.

Der Bau zeigt bereits deutlich den Übergang Paul Posers von den malerischen Landhausformen der Vorkriegszeit zu einer ruhigeren, stärker geometrisch geprägten Architektursprache. Die reduzierte Fassadengestaltung, die klaren Proportionen und der weitgehende Verzicht auf dekorative Elemente machen das Gebäude zu einem frühen Beispiel der (gemäßigten) Moderne innerhalb seines Schaffens. Gleichzeitig bewahren das steile Satteldach und der zentrale Giebel noch Bezüge zur traditionellen Wohnhausarchitektur.

Interessanterweise wandte sich Poser nur wenige Jahre später beim Geschäftshaus am Ludolfingerplatz wieder einer stärker traditionellen und repräsentativen Formensprache zu. Unterschiedliche Ansätze moderner und traditioneller Formensprache werden von Poser in den nächsten Jahren parallel genutzt.

Heute wird das Gebäude überwiegend gewerblich genutzt. Die Fenstereinteilung ist insbesondere im linken Gebäudeteil verändert. Im Erdgeschoss sowie in den oberen Etagen befinden sich unter anderem Arztpraxen und weitere Gewerberäume. Trotz verschiedener Umbauten im Laufe der Zeit ist der ursprüngliche Baukörper mit seiner charakteristischen Fassadengliederung bis heute gut ablesbar.