Am Grünen Hof 7 (1912)

Haus Kaufmann. Das 1912 von Paul Poser „Am Grünen Hof 7“ errichtete Haus Kaufmann steht heute unter Denkmalschutz. Es gehört zu den charakteristischen frühen Landhausbauten der Gartenstadt Frohnau. Das Gebäude wurde mehrfach in der zeitgenössischen Fachliteratur abgebildet.

Der Baukörper wird von einem hohen Mansardsatteldach geprägt, das dem Haus seine kraftvolle Silhouette verleiht. Zur Südwestseite öffnen zwei Dachgauben die Wohnräume, während die Nordseite durch einen großen Balkon akzentuiert wird. Der straßenseitige Giebel ist im oberen Bereich mit Schiefer verkleidet; darunter zeigt sich eine sorgfältig proportionierte Fachwerkzone, wie sie Poser in mehreren seiner Frohnauer Entwürfe einsetzte. Die Fenster des Erdgeschosses sind – wie bei vielen Häusern der frühen 1910er Jahre in Frohnau – mit schmiedeeisernen Gittern versehen.

Bis heute bestimmen hohe, alte Kiefern das Grundstück und verdeutlichen die ursprüngliche Idee der Gartenstadt: das Wohnen im Wald mit architektonischer Qualität zu verbinden. Innerhalb von Posers Werk nimmt das Haus eine besondere Stellung ein: Es verbindet funktionale Grundrisslösungen mit einer repräsentativen, aber nie überladenen Gestaltung. Die erhaltenen Pläne dokumentieren eine klare räumliche Organisation mit großzügigen Wohnräumen im Erdgeschoss und gut belichteten Schlafräumen im Obergeschoss. Damit steht das Haus Kaufmann exemplarisch für die architektonische Qualität der ersten Entwicklungsphase Frohnaus und für Posers Beitrag zur Formung des charakteristischen Erscheinungsbildes der Gartenstadt.