{"id":786,"date":"2026-06-18T15:44:59","date_gmt":"2026-06-18T13:44:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/villa-wutke\/"},"modified":"2026-07-07T17:51:51","modified_gmt":"2026-07-07T15:51:51","slug":"villa-wutke","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/paul-poser-1876-1940\/villa-wutke\/","title":{"rendered":"Villa Wutke (1925), Ludolfingerplatz 5"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"100\" src=\"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/PP-und-HS-650-x-100-px-mit-Text-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-732\" style=\"border-top-left-radius:30px;border-top-right-radius:30px;border-bottom-left-radius:30px;border-bottom-right-radius:30px\" srcset=\"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/PP-und-HS-650-x-100-px-mit-Text-2.jpg 650w, https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/PP-und-HS-650-x-100-px-mit-Text-2-300x46.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-custom-schild-dunkel-background-color has-background wp-block-paragraph\" style=\"border-top-left-radius:30px;border-top-right-radius:30px;border-bottom-left-radius:30px;border-bottom-right-radius:30px;margin-top:var(--wp--preset--spacing--30);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--30)\">Die Villa Wutke am Ludolfingerplatz z\u00e4hlt zu den repr\u00e4sentativsten Landh\u00e4usern der Gartenstadt. Sie wurde 1924\/25 nach Entw\u00fcrfen von Paul Poser f\u00fcr den bekannten Berliner Juwelier Karl Wutke errichtet.<br><br>Architektonisch zeigt die Villa Wutke eine f\u00fcr die 1920er Jahre ungew\u00f6hnlich repr\u00e4sentative, neobarock gepr\u00e4gte Gestaltung, die sich deutlich von der Mehrzahl, der vor und nach 1918 in Frohnau entstandenen Landh\u00e4user abhebt. Mit dem ebenfalls neobarocken Bau der Atlantic\u2011Gesellschaft am Sigismundkorso und der Villa Worch mit ihrer klassizistischen Stra\u00dfenfassade gibt es jedoch einzelne Beispiele f\u00fcr Geb\u00e4ude von Paul Poser dieser Architektursprache auch in Frohnau.<br><br>Das zweigeschossige Geb\u00e4ude mit ausgebautem Mansardwalmdach ist auf einem rechteckigen Grundriss errichtet, aus dem auf allen Seiten Erker und Vorbauten hervortreten. Die symmetrisch gegliederte Stra\u00dfenfassade mit ihrem dreiachsigen Mittelrisalit, der ovale Verandavorbau auf der Gartenseite, die polygonalen Erker und der eingeschossige K\u00fcchenfl\u00fcgel verleihen dem Bau eine plastische, vielschichtige Erscheinung. Die Denkmalakte betont den \u201eZusammenhang von innerer Raumbildung und \u00e4u\u00dferer Bauk\u00f6rperausbildung\u201c, der f\u00fcr Posers Werk charakteristisch ist. Die amtliche Denkmalbegr\u00fcndung hebt hervor, dass das Haus \u201ewegen seiner geschichtlichen und k\u00fcnstlerischen Bedeutung und wegen seiner Bedeutung f\u00fcr das Stadtbild denkmalwert\u201c ist.<br><br>Besondere Beachtung verdienen die fig\u00fcrlichen Reliefs an der Fassade. Auf der Gartenseite befinden sich weibliche Figuren, die traditionell als Allegorien h\u00e4uslicher Tugenden gedeutet wurden. Eine verbreitete Interpretation besagt, sie st\u00fcnden zugleich f\u00fcr die vier T\u00f6chter der Familie Wutke. Nachfahren der Familie haben diese Deutung jedoch teilweise in Frage gestellt. Eindeutig sind hingegen die Bez\u00fcge der Figuren auf der Platzseite: Sie halten Uhren und Schmuck in den H\u00e4nden und verweisen damit direkt auf die T\u00e4tigkeit des Bauherrn als Juwelier.<\/p>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Ausf\u00fchrlicher Text<\/strong><\/summary>\n<p class=\"has-vivid-green-cyan-background-color has-background wp-block-paragraph\" style=\"border-top-left-radius:30px;border-top-right-radius:30px;border-bottom-left-radius:30px;border-bottom-right-radius:30px\">Im Inneren verf\u00fcgte das Haus \u00fcber eine klassisch gegliederte Raumfolge aus Wohn-, Ess- und Herrenzimmer, erweitert um eine ovale Veranda, die sich zur Gartenterrasse \u00f6ffnete. Die erhaltenen Einbauten \u2013 T\u00e4felungen, Balkendecken, Kamin, Einbauschr\u00e4nke \u2013 unterstreichen die hohe handwerkliche Qualit\u00e4t.<br><br>Noch in den 1980er Jahren war der Bestand des Hauses akut gef\u00e4hrdet. Die Erben der Familie Wutke wollten das Grundst\u00fcck ver\u00e4u\u00dfern, und zeitweise bestand Interesse einer Supermarktkette an einem Abriss und einer Neubebauung. Die Pl\u00e4ne l\u00f6sten erhebliche Proteste in Frohnau aus und fanden 1986 sogar Widerhall im Berliner Abgeordnetenhaus. Viele Bewohner sahen in der Villa eines der Wahrzeichen der Gartenstadt und wollten ihren Verlust nicht hinnehmen.<br><br>Die Rettung gelang schlie\u00dflich: 1987\/88 wurde die damals bereits stark vernachl\u00e4ssigte Villa durch die Lichtwer Pharma AG erworben. Unternehmensgr\u00fcnder Kuno Lichtwer lie\u00df sie denkmalgerecht restaurieren und richtete dort den Firmensitz ein. Die Sanierung gilt bis heute als vorbildlich und wurde 1992 mit dem Berliner \u201eBauherrenpreis f\u00fcr hervorragende Pflege des Stadtbildes\u201c ausgezeichnet. Der ehemals ausgedehnte Gartenbereich ist heute deutlich verkleinert und die abgetrennten Grundst\u00fccksteile mit weiteren Bauten besetzt.<br><br>Die Geschichte der Villa Wutke markiert einen Wendepunkt im Umgang mit dem architektonischen Erbe Frohnaus. W\u00e4hrend in den Jahrzehnten zuvor zahlreiche bedeutende Geb\u00e4ude verloren gingen, zeigte ihr Erhalt erstmals deutlich, dass historische Bauten nicht als Hindernis, sondern als wertvoller Bestandteil der Identit\u00e4t der Gartenstadt verstanden werden k\u00f6nnen. Heute geh\u00f6rt die Villa zu den bedeutendsten erhaltenen Werken Paul Posers und zu den architektonischen Wahrzeichen Frohnaus.<\/p>\n<\/details>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Villa Wutke am Ludolfingerplatz z\u00e4hlt zu den repr\u00e4sentativsten Landh\u00e4usern der Gartenstadt. Sie wurde 1924\/25 nach Entw\u00fcrfen von Paul Poser f\u00fcr den bekannten Berliner Juwelier Karl Wutke errichtet. 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