{"id":324,"date":"2026-04-21T15:17:43","date_gmt":"2026-04-21T13:17:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/zeltinger-strasse-6\/"},"modified":"2026-05-09T16:34:03","modified_gmt":"2026-05-09T14:34:03","slug":"zeltinger-strasse-6","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/paul-poser-1876-1940\/zeltinger-strasse-6\/","title":{"rendered":"Zeltinger Stra\u00dfe 6"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full has-custom-border\" style=\"margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--30)\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"100\" src=\"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/PP-und-HS-650-x-100-px-mit-Text-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-732\" style=\"border-top-left-radius:30px;border-top-right-radius:30px;border-bottom-left-radius:30px;border-bottom-right-radius:30px\" srcset=\"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/PP-und-HS-650-x-100-px-mit-Text-2.jpg 650w, https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/PP-und-HS-650-x-100-px-mit-Text-2-300x46.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-custom-schild-dunkel-background-color has-background wp-block-paragraph\" style=\"border-top-left-radius:30px;border-top-right-radius:30px;border-bottom-left-radius:30px;border-bottom-right-radius:30px\"><strong>Villa Worch \/ Kulturhaus Centre Bagatelle<\/strong>. Wer heute die Villa an der Zeltinger Stra\u00dfe 6 betritt, sp\u00fcrt sofort, dass dieses Haus mehr ist als ein Geb\u00e4ude. Es ist ein Ort, der fast ein Jahrhundert Geschichte in sich tr\u00e4gt. Geschichte von Aufbruch, Wandel, Macht, Kultur und schlie\u00dflich Begegnung.<br><br>Alles beginnt 1925\/1926, als der Architekt Paul Poser gemeinsam mit Bernhard Bamm f\u00fcr die Berlinerin Martha Worch und ihren Mann, den Versicherungsgeneraldirektor Hermann Worch, einen besonderen Wunsch erf\u00fcllen soll: ein Zuhause, das zugleich repr\u00e4sentativ und famili\u00e4r ist. Poser l\u00f6st diese Aufgabe mit einem Kunstgriff. Er setzt zwei eigenst\u00e4ndige H\u00e4user aneinander. Zur Stra\u00dfe hin ein elegantes, neoklassizistisches Geb\u00e4ude, zum Garten ein warmes, fast l\u00e4ndliches Berliner Landhaus. So entsteht ein Bau, der zwei Welten vereint und bis heute seinen besonderen Charakter bewahrt.<br><br>Die Familie Worch lebt nur wenige Jahre hier, bevor die Villa neue Besitzer findet. 1940 \u00fcbernahm die NSDAP das Haus f\u00fcr ihre Ortsgruppenleitung, eine dunkle Phase, die das Geb\u00e4ude jedoch \u00fcberstand. Nach dem Krieg zogen erst die Sowjets, dann die Briten ein. 1946 schlie\u00dflich f\u00e4llt die Villa an die franz\u00f6sische Besatzungsmacht, die sie in ein Offizierskasino verwandelt. Doch aus dem Ort milit\u00e4rischer Geselligkeit wird bald etwas Gr\u00f6\u00dferes: Ab 1950 \u00f6ffnen die Franzosen das Haus als Kulturhaus f\u00fcr die Menschen in Reinickendorf, ein fr\u00fches Zeichen der Ann\u00e4herung zwischen Frankreich und Deutschland.<br><br>Mit dem Abzug der franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte 1995 ging die Villa zur\u00fcck an den Bezirk Reinickendorf. Und 2005 beginnt wieder ein neues Kapitel: Der neu gegr\u00fcndete gemeinn\u00fctzige Verein Kulturhaus Centre Bagatelle e.V. \u00fcbernimmt das Haus und f\u00fchrt die kulturelle Tradition fort: mit Konzerten, Lesungen, Ausstellungen, Kursen und Begegnungen, die das Geb\u00e4ude wieder mit Leben f\u00fcllen. Heute ist die Villa ein \u00f6ffentlicher Ort, an dem Geschichte sp\u00fcrbar bleibt, ohne zu beschweren. Ein Haus, das Wandel kennt und dennoch seine Seele bewahrt hat.<\/p>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-container-core-details-is-layout-3d3dc444 wp-block-details-is-layout-flow\" style=\"border-style:none;border-width:0px;margin-top:var(--wp--preset--spacing--30);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--30)\"><summary><strong>Ausf\u00fchrlicher Text<\/strong><\/summary>\n<p class=\"has-light-green-cyan-background-color has-background wp-block-paragraph\" style=\"border-top-left-radius:30px;border-top-right-radius:30px;border-bottom-left-radius:30px;border-bottom-right-radius:30px;margin-top:0;margin-bottom:0\"><strong><em>Villa Worch <\/em><\/strong><em>(heute: Kulturhaus Centre Bagatelle)<\/em><br><em>Baujahr 1925\/26, Architekt: Paul Poser (1876 &#8211; 1940)<\/em>.<br><br>Alles beginnt 1925\/1926, als der Architekt Paul Poser gemeinsam mit seinem Compagnon Bernhard Bamm f\u00fcr die Berlinerin Martha Worch &#8211; als Bauherrin &#8211; und ihren Mann, den aus Kassel stammenden Generaldirektor der \u201eDeutsche Herold Versicherungsgesellschaft\u201c, Hermann Worch, einen besonderen Wunsch erf\u00fcllen soll: ein Zuhause, das famili\u00e4r und zugleich repr\u00e4sentativ ist. Poser l\u00f6st diese Aufgabe mit einem Kunstgriff. Er setzt zwei eigenst\u00e4ndige H\u00e4user aneinander. Zur Stra\u00dfe hin ein elegantes, neoklassizistisches Geb\u00e4ude, zum Garten ein warmes, fast l\u00e4ndliches Berliner Landhaus. So entsteht ein Bau, der zwei Welten vereint und bis heute seinen besonderen Charakter bezeugt.<br><br><em>Die Familie Worch lebt nur wenige Jahre hier, bis die Villa neue Besitzer findet. 1940 \u00fcbernimmt die NSDAP das Haus f\u00fcr ihre Ortsgruppenleitung. Diese dunkle, im Weltkrieg endende Phase, \u00fcbersteht das Geb\u00e4ude unbeschadet. Nach dem Krieg ziehen nacheinander drei der vier Alliierten ein: erst die Sowjets, dann die Briten und ab 1946 die Franzosen. Diese nutzen das attraktive Geb\u00e4ude als Offizierskasino. Aus dem Ort milit\u00e4rischer Geselligkeit machen sie bald etwas Gr\u00f6\u00dferes: Ab 1950 \u00f6ffnen sie, angeleitet durch den Hauptmann und Wirtschaftsjuristen Charles Corcelle, das Haus als Kulturhaus f\u00fcr die Menschen im Berliner Norden: ein fr\u00fches, nachhaltiges Engagement f\u00fcr Auss\u00f6hnung zwischen Frankreich und Deutschland. Sie leiten den Wandel vom privaten Wohnhaus zum \u00f6ffentlich genutzten Geb\u00e4ude ein. Hierf\u00fcr treffen sie erste Umgestaltungen im Inneren und markieren mit einem kleinen Fensterrondell am Salon ihre Anlehnung in der Namensgebung \u201eBagatelle\u201c an ein Schl\u00f6sschen im Bois de Boulogne bei Paris.<\/em><br><br>Mit dem Abzug der franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte 1995 geht die Villa an den Bezirk Reinickendorf mit der Auflage, diese weiterhin als Kulturzentrum und f\u00fcr die Fortentwicklung der franz\u00f6sisch-deutschen Freundschaft zu erhalten. Reinickendorf nimmt nicht nur den Kulturbetrieb auf, sondern holt weitere Nutzergruppen ins Haus (u.a. Kindergarten, Musikschule, Seniorenverein, Kunstverein). Unter neuerlicher Anpassung des Geb\u00e4udes im Innern f\u00fcr Veranstaltungszwecke beginnt 2005 ein weiteres Kapitel: Entgegen einem allm\u00e4hlichen Niedergang des Kulturbetriebes seitens des Bezirks gr\u00fcnden engagierte B\u00fcrger: innen aus Frohnau und den umliegenden Ortsteilen den Verein Kulturhaus Centre Bagatelle e.V. Dieser erwirbt das Haus und f\u00fchrt die kulturelle Tradition fort: mit Konzerten, Lesungen, Ausstellungen, Kursen und Begegnungen. Sie f\u00fcllen das Geb\u00e4ude von Neuem mit Leben<em>, getragen von vielf\u00e4ltigem ehrenamtlichem Engagement.<\/em> Heute ist die Villa ein offener Ort, der Geschichte sp\u00fcrbar h\u00e4lt, ohne zu beschweren. Ein Haus, das Wandel kennt und dennoch seine Seele bewahrt. 1997 wurde die Villa unter Denkmalschutz gestellt. Im letzten Jahr wurde sie 100 Jahre alt &#8211; und geb\u00fchrend gefeiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n<\/details>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Villa Worch \/ Kulturhaus Centre Bagatelle. Wer heute die Villa an der Zeltinger Stra\u00dfe 6 betritt, sp\u00fcrt sofort, dass dieses Haus mehr ist als ein Geb\u00e4ude. Es ist ein Ort, der fast ein Jahrhundert Geschichte in sich tr\u00e4gt. Geschichte von Aufbruch, Wandel, Macht, Kultur und schlie\u00dflich Begegnung. Alles beginnt 1925\/1926, als der Architekt Paul Poser [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":112,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-324","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/324","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=324"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/324\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":756,"href":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/324\/revisions\/756"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/112"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gartenstadt-frohnau.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}